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Partizipation: Teilhabe, Mitsprache, Rechte und Pflichten

Das Wort Partizipation ist lateinischer (participacio) Herkunft und steht für "das Teilhaben", "Teilnehmen", "Beteiligtsein"!

Das ist der Grund, dass es in den letzten Jahren einen solch großen Stellenwert in der Arbeit mit und der Erziehung von Kindern und Jugendlichen bekommen hat. Einhergehend mit dem Begriff des Kinderschutzes ist dieses Thema nicht nur im Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen gestiegen, sondern wird in vielen Bereichen in der Arbeit mit ihnen, speziell in der Kinder- und Jugendhilfe, weiter entwickelt und umgesetzt.

Im "Haus Meinulf" sind diese Begriffe und ihre Umsetzung Teil des pädagogischen Selbstverständnisses. Betrachtet man die Haltung der Einrichtung bzw. des Mitarbeiterteams rückblickend, ist eine Entwicklung zu erkennen, die bereits vor vielen Jahren begann: Gruppenstunden gehörten von Beginn an zur Grundlage der umgesetzten Pädagogik!

Zu Beginn des Schuljahres wird regelmäßig ein/e Gruppensprecher/in von den Jugendlichen gewählt. Die gewählte Person hängt die Themenliste öffentlich aus, so dass Themen weiter hinzugefügt werden können. Anschließend gibt der/die Gruppensprecher/in diese in das Mitarbeiterteam. Während der Gruppenstunde haben die Jugendlichen auch regelmäßig die Möglichkeit, Themen allein zu besprechen. In der Bearbeitung wird selbstverständlich nach altersgerechten Lösungen und nach Ressourcen gesucht.

Dass jede/r Jugendliche zunächst über Rechte und Pflichten informiert wird, gehört zum Standard jeder Neuaufnahme! Jede/r Jugendliche erhält eine Mappe mit einem Ausdruck der "Rechte und Pflichten Jugendlicher", eine Liste von Ansprechpartner/innen, Infos über die in Zukunft zu besuchende Schule, usw. Diese "Begrüßungsmappe" wird im Mitarbeiterbüro verwart und kann jederzeit eingesehen werden. Sie gibt den Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, persönliche Dinge, wie z.B. HPG-Protokolle, abzuheften und zu verwahren. Die Idee, eine solche Mappe einzurichten, wurde nach Bearbeitung der "Rechte von Kindern und Jugendlichen" im Arbeitskreis "Partizipation" beschlossen. Dieser Arbeitskreis setzt sich aus Mitarbeiter/innen der Internate und Wohngruppen trägerübergreifend zusammen.

Um Kindern und Jugendlichen weitere Möglichkeiten zur Mitsprache zu geben, wurde 2012 das Schülerparlament eingerichtet, welches regelmäßige Treffen beinhaltet. Auch hier wird den Kindern und Jugendlichen Raum und Zeit für unbegleitete wie auch begleitete Bearbeitung von verschiedenen Themen, welche von den Parlamentarier/innen im Auftrag ihrer Mitbewohner/innen der Einrichtungen mit zu den Treffen gebracht werden, eingeräumt. Mit Unterstützung des Arbeitskreises "Partizipation" wird hier innerhalb der Ressourcen nach Lösungen geschaut oder Wegen gesucht, die zur Lösung gewählt werden können.

Eine andere Form der Teilhabe für die Kinder und Jugendliche ist der Kummerkasten. Dort können die Gruppenmitglieder ihre Belange anonym einwerfen. Diese können dann in der nächsten Gruppenstunde thematisiert, bearbeitet und gelöst werden.